Wann ist es möglich die Weisheitszähne zu behalten?

Wann ist es möglich die Weisheitszähne zu behalten?

10:26 01 März in News
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Die Weisheitszähne sind in der Mundhöhle hinter den Backenzähnen lokalisiert und geben sich in den meisten Fällen im Erwachsenalter zu erkennen. Ihre Bezeichnung lässt sich darauf zurückführen, dass sie in einem Alter auftreten das früher als „weise“ galt. Dabei können je nach Person zwischen 2 und 4 Weisheitszähne im Kiefer vorhanden sein. In ca. einem Fall unter Tausend treten auch mehr Weisheitszähne auf, bis zu acht. Man spricht in diesen Fällen von den sogenannten „Neunern“.
Dabei hat sich die Einstellung zu dem Thema Weisheitszähne sowohl auf Patienten- als auch auf Arztseite in den letzten Jahren gewandelt. In diesem Artikel erfahren Sie, wann eine operative Entfernung nötig wird und unter welchen Umständen die Weisheitszähne erhalten werden können.

Weisheitszähne als Relikt vergangener Zeiten

Die Achter stammen noch aus einer Zeit, in denen unsere Zähne und unser Kauapparat ganz anderen Belastungen und Herausforderungen ausgesetzt waren. Die Zubereitung, wenn es denn eine gab, war im frühen Stadium der Menschheit sehr grob und die Zähne mussten einiges an Stärke aufbringen um die Nahrung zu zerkleinern. Mit fortschreitender Entwicklung und neue Methoden für die Zubereitung, verloren die Weisheitszähne immer mehr an Funktion. Heute sind sie lediglich ein Überbleibsel, dass an unsere Vorfahren erinnert und erfüllen keine Funktion mehr. Dementsprechend bilden sich Weisheitszähne auch nicht mehr bei allen Menschen.

Medizinische Sicht auf Weisheitszähne im Wandel

Noch vor einigen Jahren war es gang und gäbe die Weisheitszähne zu entfernen, wenn diese im Alter von 25 Jahren noch nicht durch das Zahnfleisch durchgebrochen sind. In den letzten Jahren hat sich diese Herangehensweise geändert und das Thema Weisheitszahn-OP wird mit mehr Vorsicht betrachtet. Wenn früher noch eine Entfernung der Weisheitszähne empfohlen wurde, wird heute in vielen Fällen erst einmal genauer überprüft, ob die Möglichkeit besteht, sie ohne negative gesundheitliche Folgen und Beeinträchtigungen zu erhalten. Hierbei wird von Fall zu Fall, auf Basis genauer Röntgenuntersuchungen, individuell entschieden ob ein Verbleib der Zähne unbedenklich ist.

Indikatoren für den Erhalt der Weisheitszähne

Wie erwähnt, ist es heute in vielen Fällen möglich, die Weisheitszähne zu erhalten. Dafür müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein um auszuschließen, dass negative Konsequenzen zu erwarten sind.

Sauberes und gerades Wachstum

Damit sich ein Weisheitszahn vollständig in den Zahnhalteapparat einfügen kann muss gewährleistet sein, dass dieser gerade aus dem Zahnfleisch hervorbricht. Ist dies nicht der Fall und der Zahn bricht schief durch, kann dies dazu führen, dass die umliegenden Zähne beeinträchtig werden und selbst in Schieflage geraten. Dies sollte selbstredend vermieden werden da dies dazu führen kann, dass gesunde und funktionale Zähne entfernt werden müssen. Brechen die Weisheitszähne allerdings sauber und gerade durch, ist es in manchen Fällen möglich sie zu behalten.

Teilweiser Durchbruch

Wenn die Weisheitszähne nicht gänzlich aus dem Zahnfleisch hervortreten, führt dies in vielen Fällen zu teils starken Entzündungen, die sich schnell auf die umliegenden Zähne und das Zahnfleisch ausweiten und eine ganze Reihe von Problemen hervorrufen können. Ein Erhalt der Weisheitszähne ist dementsprechend nur möglich und unbedenklich, wenn der Röntgen-Befund ein gerades und vollständiges Wachstum des Zahnes bestätigen kann.

Weisheitszähne die nicht durchbrechen

Wie bei einem vollständigen Durchbruch der Weisheitszähne, besteht in Einzelfällen die Möglichkeit dass die Zähne im Mund verbleiben können, wenn diese im Knochen verlagert sind und nicht in die Mundhöhle durchbrechen. Man spricht hier auch von einem retinierten Zahn. In den meisten Fällen kommt es hier nicht zu Komplikationen und es sind keine Symptome zu befürchten.

Wann wird eine Weisheitszahn-OP empfohlen?

Grundsätzlich gilt: Sobald Symptome im Weisheitszahn-Bereich auftauchen, sollte Sie sich umgehend an einen Zahnarzt wenden. Dabei treten im Zusammenhang mit entzündeten Weisheitszähnen auch häufig Symptome in den umliegenden Bereichen auf. Viele Patienten klagen über Schmerzen im Kieferbereich, Kopfschmerz und Schmerzen am Ohr.

Eine operative Entfernung Ihrer Weisheitszähne wird dann unumgänglich, wenn die Gesundheit der umliegenden Zähne, des Zahnhalteapparates oder der Knochen und Muskeln im Kiefer ohne Eingriff nicht mehr gewährleistet werden kann. Wenn akute Schmerzen in diesen Bereichen bestehen, hängt das in vielen Fällen mit den Weisheitszähnen zusammen. Eine eingehende Untersuchung sollte dann so schnell wie möglich geschehen.

Auch wenn keine akuten Schmerzen bestehen, kann es bei einem Kontrollbesuch und der damit verbundenen Röntgenuntersuchung passieren, dass der zu behandelnde Arzt einen partiellen Durchbruch oder eine Schieflage der Weisheitszähne diagnostiziert und eine operative Entfernung empfiehlt.

Was kann passieren wenn eine OP ausbleibt?

Bei einer ausbleibenden Behandlung von Weisheitszähnen können die Folgen weitreichend sein.
Da in der Mundhöhle in vielen Fällen nicht genug Raum vorhanden ist um die „zusätzlichen“ Zähne unterzubringen, führt dies dazu, dass die anderen Zähne keinen Platz mehr finden und sich verschieben. Dies ist besonders der Fall, wenn mehrere Weisheitszähne durchbrechen. Zahn-Fehlstellungen und andere Komplikationen des Zahnhalteapparats sind die Folge.
Eine weitere bekannte Problematik sind die sogenannten „Zahnfleischtaschen“, die man sich wie „Kapuzen“ aus Zahnfleisch vorstellen kann und die schnell entstehen wenn ein Weisheitszahn nur teilweise durchbricht. Zwischen diesem Überzug und dem Zahn bildet sich so ein Zwischenraum, in dem sich Speisereste ansammeln die schnell zu Entzündungen führen können. In manchen Fällen bildet sich durch die Entzündung auch Eiter, der sich mit der Zeit ausbreitet und zu Abszessen führt.
Unbehandelte Weisheitszähne führen oft auch zu Schmerzen und Komplikationen in den umliegenden Bereichen. So klagen viele Patienten über Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Verspannungen in Schulter und Nacken und sogar Kiefersperren.

Bestehen keine akute Gefahr oder Schmerzen durch die Weisheitszähne, wird heutzutage grundsätzlich kein Eingriff mehr empfohlen, da die Operation in manchen Fällen durchaus auch zu Komplikationen führen kann. Wenn ein Erhalt der Weisheitszähne als unbedenklich eingestuft wird, können diese oft ein Leben lang im Kiefer verbleiben, ohne dass Komplikationen zu befürchten wären. Im Zweifelsfall sollten Sie sich unbedingt an Ihren Zahnarzt wenden, um gesundheitliche Komplikationen ausschließen zu können.

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